Jubiläum: 25 Jahre Salon Gander’s Capelli

Aufgeben war niemals eine Option

Stefanie Gander betreibt seit 25 Jahren ihren Salon Gander’s Capelli.

Auch in Pandemiezeiten ist sie Optimistin geblieben.

Helmstedt. Hübsche Ballons schmücken den Friseursalon Gander’s Capelli am Papenberg in Helmstedt. An der Wand ein neues Bild, Blumensträuße in Vasen und in den Sozialräumen süße Kleinigkeiten. Das ist alles, was auf ein besonderes Ereignis hinweist. Ansonsten herrscht im Salon Betriebsamkeit wie immer, genau seit 25 Jahren, denn die Friseurmeisterin Stefanie Gander feierte dieser Tage ihr Betriebsjubiläum. Exakt am 15. Januar 1997 eröffnete sie ihren Salon. Am Freitag überreichten ihr die Innungsobermeisterin Susanne Tasler und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Claudius Nitschke eine Ehrenurkunde der Handwerkskammer und einen Blumenstrauß. Echte Feierlaune habe sie angesichts der aktullen allgemeinen Lage zwar nicht, sagte die Geehrte, dennoch: Gander ist Optimistin. Selbst die anhaltenden Einschränkungen und Auflagen, die irgendwie schon eine Ewigkeit andauern, können ihr die Laune offensichtlich nicht gänzlich verhageln.

Zu sechst arbeiten sie im Salon. Das war vor Corona so und wird auch weiterhin Status quo sein. „Es sind alle geblieben“, sagt Stefanie Gander, wenngleich die nun fast zwei Jahre Pandemie mit allen Restriktionen zehren. „Die Salons waren war zu Beginn vier Monate vollständig geschlossen, das darf man nicht vergessen“, so die Inhaberin. Gemeint sind die Monate November und Dezember 2020 sowie Januar und Februar 2021. Diese Einnahmelücke lasse sich nicht aufholen. „Man kann einen Haarschnitt nur einmal machen“, so Gander. Die Meisterin schätzt die Umsatzeinbußen pro Jahr auf etwa 17 Prozent ein.

Mit dem aktuellen Regelwerk (3 G, geimpft, genesen, getestet) könne man grundsätzlich leben, doch das Hin- und Her in Sachen Verordnungen in der jüngsten Vergangenheit sei sehr schwierig gewesen und habe im vergangenen Jahr besonders den Dezember als normalerweise sträksten Umsatzmonat schlichtweg zerstört. Es galt 2G Plus. „Da haben wir sehr viele Absagen von Kunden bekommen“, so Gander, und: „Das kam von heute auf morgen ohne die Möglichkeit von Testungen für unsere Kunden. Die hatten damit keine Chance. Für die Salons war das ein Lockdown ohne Unterstützung.“

Bei allem Unglück hatte sie nach eigenem Bekunden noch Glück, denn: „Unsere Kunden sind letztlich alle wiedergekommen“, freut sie sich und wird angesichts der laufend steigenden Infektionszahlen etwas nachdenklich. „Es ist schon bemerkenswert, dass bei uns in der gazen Zeit nichts passiert ist.“ Keine Ansteckung, keine Verbreitung des Virus. Die Hygienemaßnahmen greifen offenbar.

Das Pressegespräch zum Jubiläum findet im Hinterhof des Hauses statt, in dem sich Ganders Salon befindet. Ohne FFP2-Maske, eine Wohltat, wie Gander erklärt. „Wenn Sie diese Masken neun Stunden tragen müssen, geht das an die Substanz“, sagt sie und kommt zu den Mehrkosten, die die geltenden Regeln mitbringen, etwa für Desinfektionsmittel und besagte Masken. „Sie brauchen für jede Kraft mehrere am Tag“, schiebt sie ein. 3500 Euro habe sie 2021 für die Hygienemaßnahmen ausgegeben, da waren die FFP2-Masken noch nicht einmal verpflichtend. Die Kosten ließen sich nicht auf die Kunden umlegen, heißt: „Wir haben unsere Preise nicht der Pandemie und der Auflagen wegen erhöht“, so Gander. Gleichwohl seien die Preise auf für sie allgemein gestiegen, was letztlich zu einer Anpassung um drei bis vier Prozent geführt habe.

Stefanie Gander (51) ist seit 36 Jahren Friseurin, seit 31 Jahren Meisterin und als solche bislang 26 Jahre im Vorstand der Innung aktiv. Zwischenzeitlich war sie zehn Jahre Innungsobermeisterin, mehrere Jahre im Vorstand der Kreishandwerkerschaft aktiv und ist bis heute Lehrlingswartin. Ihren Salon eröffnete sie zunächst an der Bauerstraße. Doch ein Brand in der Wohnung darüber zerstörte 2005 auch den Salon. „Damals habe ich wirklich über das Aufhören nachgedacht“, erinnert sie sich. Dagegen sei für sie im Zuge der Corona-Pandemie ein Aufgeben niemals in Betracht gekommen, aber: „Weitere Verschärfungen oder einen neuerlichen Lockdown werden enige Salons ganz sicher nicht überleben“, warnt sie.

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