Freisprechung 2021 in Mariental

Die Gesellenbriefe gab es diesmal vor einmaliger Kulisse

Die Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsbug zelebrierte die Tradition nach
anderthalb Jahren Pause estmals unter freiem Himmel im Innenhof des Klosters Mariental.
Sie sprach 37 Gesellinnen und Gesellen frei.

Was war das für eine Kulisse. Bei bestem Wetter lud die Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg im September zur Freisprechung in den Innenhof des alten Zisterzienserklosters Mariental. Ein beeindruckender Ort ist das und genau richtig für die Ehrung beeindruckender Leistungen. Nach anderthalb Jahren Zwangspause war dies die erste Freisprechung. 37 junge Gesellinnen und Gesellen aus zehn Gewerken wurden feierlich aus Ihren Rechten und Pflichten, die sie mit ihren Ausbildungsverträgen eingegangen waren, entlassen. Die Begrüßung übernahm Kreishandwerksmeister Martin Bauermeister. Festreden hielten der Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade Detlef Bade, der erste stellvertretende Landrat (a.D.) Rolf-Dieter Backhaus sowie Pfarrerin Silvia Koch-Barche. Den musikalischen Rahmen besorgte das Bläserensemble Tubicinum.

Freisprechung der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg: 37 junge Menschen sind im September 2021 im Innenhof des Klosters Mariental feierlich von ihren Rechten und Pflichten aus ihren Ausbildungsverträgen freigesprochen worden. Foto: eb.

Kloster und dazugehörige Domäne befinden sich im Eigentum der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Bewirtschaftet wird die Anlage von der Pächterfamilie von Dewitz, mit deren Segen die Freisprechung auf historisch bedeutsamem Grund stattfinden konnte, an diesem Tag von der Inszenierung noch einmal unterstrichen. An der Wand zur Klosterkirche waren die Banner der Gewerke zu sehen, während die Protagonisten und ihre Gäste auf Stühlen auf der Rasenfläche Platz nahmen – alles den zu diesem Zeitpunkt gültigen Regeln entsprechend. Einen enormen Aufwand hatte das Team um Claudius Nitschke da getrieben. Jeder Gast musste registriert werden, was zugleich aber ein Stück Zuwendung mit sich brachte, denn ein jeder wurde persönlich empfangen. Trotz dieser Formalitäten: Der Nachmittag hatte Würde und Geselligkeit – nach dem offiziellen Akt bei Sekt und Orangensaft.

Verantwortung für den weiteren Nachwuchs

Martin Bauermeister rief die jungen Gesellinnen und Gesellen dazu auf, Verantwortung für den weiteren Nachwuchs zu übernehmen. „Bitte sehen Sie dies nicht als Belastung sondern als Lust“, sagte Bauermeister. Die neuen Gesellinnen und Gesellen seien nun qualifizierte Handwerker, eine wichtige Säule der Gesellschaft. Zum Ende seiner kurzen Ansprache lobte er die Leistungen der jungen Menschen und lud die Anwesenden ein, sich im Anschluss an die Festlichkeit die Klosteranlage einmal genauer anzusehen. Ein guter Gedanke, denn diese Anlage ist Zeugnis echter und ursprünglicher Handwerksgeschichte.

Handwerk braucht mehr Wertschätzung durch die Politik

Detlef Bade nahm die Politik in die Pflicht. Diese müsse dem Handwerk mehr Wertschätzung entgegenbringen, damit Ausbildung im Handwerk interessant bleibe. Nur der Nachwuchs sichere den Fortbestand. Den Anwesenden rief er zu: „Sie sind die Praktiker der Zukunft. Ihnen stehen viele Wege offen.“ Natürlich wünschte er sich, dass möglichst viele der Freigesprochenen dem Handwerk treu bleiben.

Aufstehe nach Niederschlägen – das ist die Herausforderung

Rolf-Dieter Backhaus erzählte die Geschichte eines Gesellen, der für seinen Herrn ein Haus bauen sollte, sich aber wenig Mühe gab. Letztlich war das Haus für ihn selber. Es war ein Wink in Sachen guter Tugenden, wie Fleiß und Aufrichtigkeit. Die Geschichte basiert auf dem biblischen Gleichnis von den anvertrauten Talenten.

Pfarrerin Silvia Koch-Barche wünschte den erfolgreichen Frauen und Männern die Kraft, auch nach Niederschlägen immer wieder aufstehen zu können. Das, sagte sie, sei die eigentliche Aufgabe im Leben.

Die Innungsbesten: Sophie Wehke, Carolin Hahn und Suzanna Metsahel

Vor der feierlichen Übergabe der Gesellenbriefe, ehrte die Kreishandwerkerschaft die Innungsbesten: Sophie Wehke von der Tischlerei Meyer & Comp. GmbH & Co. KG in Velpke (Tischler-Innung Helmstedt) sowie Carolin Hahn und Suzanna Metsahel von der Mövenpick Stadtbrücke Wolfsburg (Bäckerei-Innung).

Die neuen Gesellinnen und Gesellen im Handwerk des Landkreises Helmstedt:

Dachdecker-Innung Helmstedt:
Marvin Beck, Firma Patrick Radom; Philipp Genenz und Fynn Werner, Elm-Bau GmbH.

Maler- und Lackierer-Innung Helmstedt:
Winni Fallack, Elm-Bau GmbH; Dennis Hein, Lavie Reha gGmbH; Masud Jelkelde, Lucas Malereibetrieb GmbH & Co. KG; Jasmin Keimer, Firma Heiko Jeglortz; Natalia Keller, AWO Psychiatriezentrum Königslutter; Tim-Jonas Opitz, Firma Christoph Opitz; Pascal Resl, Firma Angelika Schröter; Maik Schmidt, Dietrich Nowack Malermeister GmbH.

Tischler-Innung Helmstedt:
Nico Küstner, AWO Psychiatriezentrum Königslutter; Sophie Wehke, Tischlerie Meyer & Comp. GmbH & Co. KG; Tom Wehner, Roehse-Ausbau GmbH & Co. KG; Adrian Wimmer, Bache GmbH & Co. KG.

Elektro-Innung Helmstedt:
Mahamadi Sedego, Elm-Bau GmbH; Ahmed Aljumaili, Martin Ohlemann und Patrick Dube GbR.

Innung des Kraftfahrzeughandwerks für den Landkreis Helmstedt:
Mertcan Canca, Autohaus Wagner GmbH & Co. KG; Niklas Janz, Kraftverkehrsgesellschaft mbH Braunschweig; Imran Rashiev, Autohaus Martin GmbH.

Innung für Sanitär- und Heizungstechnik für den Landkreis Helmstedt:
Kevin Gebhardt und Marcel Melzer, Wiethake Haustechnik GmbH; Gega Aldi, Michalke & Rein GmbH; Sied Salh, Firma Stefan Grünenwald.

Metall-Innung Helmstedt:
Kevin Horn, Firma Ernst-Albert Horn; Tobias Mosuch, Riemann-Metallbau.

Friseur-Innung Helmstedt:
Lisa Goldmann, Oskar Kämmer Bildungswerk gGmbH; Daniel Jung, Firma Silvio Schrang; Jessy Sophie Tkaczyk, Klier Hair Group GmbH.

Bäcker-Innung Helmstedt, Bäcker:
Isabell Klare, Regionalverband für Ausbildung, Firma Ralf Hellmich; Carolin Hahn und Brahima Konaté, Mövenpick Stadtbrücke Wolfsburg; Simon Hennig.

Bäckerei-Innung Helmstedt, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk Fachbereich Bäckerei:
Suzanna Metsahel, Mövenpick Stadtbrücke Wolfsburg; Daniel Neu, Stendaler Landbäcker; Melissa Telge, Bäckerei Markus Tolle; Antonia Wilm, Meisterbäckerei Steinecke.

Schauen Sie sich die Bilder der Freisprechung der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg in Mariental an:

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