18 neue Handwerker für das Helmsetdter Handwerk

Freisprechung in Mariental:

18 Auszubildende dürfen sich jetzt Gesellen nennen

Im Rahmen einer feierlichen Freisprechung in Mariental erhielten die jungen Handwerkerinnen und Handwerker ihre Gesellenbriefe . Jelva Falkentroth hat mit 89 Proeznt das beste Ergebnis dieses Prüfungsjahrgangs erreicht.

Feierliche Freisprechung in der Klosterkirche Mariental. Foto: Debert

Helmstedt. Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“ Diesen Satz begrub Kreishandwerksmeister Jochen Angerstein dieser Tage in der Kirche des Klosters Mariental. Dorthin hatte die Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg zur feierlichen Freisprechung im Handwerk geladen, eine Tradition, die vielen Handwerkern in diesen Tagen als fester Ankerpunkt gilt. Insgesamt bekamen 18 junge Handwerkerinnen und Handwerker ihren Gesellenbrief. Neben dem ersten Handwerker im Landkreis sprachen auch der Präsident der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der stellvertretende Landrat Jan Fricke, Pfarrer und Hausherr Bernhard Knoblauch sowie der stellvertretende Kreishandwerksmeister Martin Klein. Ihm gebührten die Abschlussworte. Das Blechbläserensemble „Brasso Continuo“ sorgte für den musikalischen Rahmen. Die Kreishandwerkerschaft vertraten unter anderem Geschäftsführer Claudius Nitschke sowie Edwina Debert von der Geschäftsstelle Helmstedt.

Jochen Angerstein hatte weitere Exemplare des Eingangssatzes im Gepäck. Handwerkerwissen, so ganz nebenbei weitergegeben. Es bleibe, wie auch das Handwerk. Kein Kabinettsbeschluss, kein Businessplan hielten so lange. „Handwerk hält.“ Das Gotteshaus, 1138 gebaut, sei ein beeindruckendes Beispiel dafür, was dieser kure Satz, ‚Handwerk hält“, bedeutet.

Die Grundaussage gelte bei aller Veränderung und in ruhigen wie unruhigen Zeiten. Unruhig, weil die nun beendete Ausbildungszeit von Krisen geprägt sei: Krieg in Europa, Energiepreise, eine stotternde Konjunktur. Einher gehe dies mit einer Frage: „Was macht KI?“. Der Kreishandwerksmeister sieht die künstliche Intelligenz als Helferin, die Handwerk nicht ersetze, jedoch administrative Abläufe optimieren könne.

Zuletzt warb Angerstein um Neugierde, denn nur so entwickle man sich weiter. „Auf eurem Gesellenbrief steht, dass ihr fleißig wart, und dass ihr es könnt. (…) Er sagt nichts darüber, was ihr in fünf Jahren könnt. Das entscheidet ihr selbst – jedes Mal, wenn ihr vor etwas Neuem steht und entweder sagt ‚das haben wir immer so gemacht‘ oder ‚zeig mal her‘.“

Der Präsident der Handwerkskammer, Detlef Bade, ging auf die Bedeutung des Handwerks ein und forderte dessen stärkere Wertschätzung seitens Politik und Gesellschaft. Auch er betrachtet den Gesellenbrief als Türöffner. Jan Fricke hob die Leistung der Auszubildenden hervor und machte den gesellschaftlichen Gesamtwert des Handwerks klar. Und Pfarrer Bernhard Knoblauch unternahm eine biblische Reise in das Handwerk.

Bevor Martin Klein als stellvertretender Kreishandwerksmeister seine Schlussworte sagte, stand die Freisprechung auf dem Programm. Insgesamt waren diesmal 25 Auszubildende aus fünf Gewerken zur Gesellenprüfung angetreten. 18 bestanden diese. Prüfungsbeste war Tischlerin Jelva Falkennrotz von der Roehse-Ausbau GmbH & Co. KG mit einer Gesamtnote „Gut“ bei 89 Prozent.

Und das sind die neuen Gesellinnen und Gesellen mit ihren Ausbildungsbetrieben:

Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik:
Mohamad Al Ali, Martin Ohlemann; Hamid Daud, Spelly-Elektro GmbH; Yigit Mustafa Erol, NaturEnergieLaden GmbH & Co. KG; Tim Elias Rossmanit, Elm Bau GmbH.

Kraftfahrzeugmechatroniker/-in für Personenkraftwagentechnik:
Shannon Bohl, Taxi Eggestein Helmstedt-Königslutter GmbH; Kevin Nischan, Nord-Elm Garage.

Maler und Lackierer/-in für Gestaltung und Instandhaltung:
Keyla Sophie Buck, Bauermeister GmbH & Co. KG; Finn Kurzawa, Dietrich Nowack Malermeister GmbH; Sean Levi Schleif, Angelika Schröter; Petrick Wichmann, Lavie Reha gGmbH.

Tischler/-in:
Jelva Falkenroth und Iwan Strom, Roehse-Ausbau GmbH & Co. KG; Marcel Heidenreich und Hendrik Neubauer, Lavie Reha gGmbH.

Dachdecker/-in:
Daniel Kowski, Nicolas Rohrbeck; Eva Labahn, Holz und Dach GmbH & Co. KG; Felicia Sender, Dachdeckermeister Patrick Radom; Oliwier Szoltysek, Dachdeckerei Angerstein GmbH.

Jelva Falkenroth erreichte mit 89 Prozent das beste Ergebnis dieses Prüfungsjahrgangs. Foto: Debert.

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