Großer Schritt ist geschafft:
Das Handwerk im Landkreis Helmstedt bekommt 21 neue Meister
Die Gesellinnen und Gesellen bestehen die Prüfung für den Meisterbrief in den Teilen III und IV. Der Meistervorbeireitungskurs der Kreishandwerkerschaft ist ein Erfolgsmodell.

Helmstedt. Das Handwerk im Landkreis Helmstedt gewinnt neue Meister. 21 Gesellinnen und Gesellen aus sieben Gewerken bestanden die Prüfung des diesjährigen Meistervorbereitungskurses der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg. Insgesamt waren 23 Anwärterinnen und Anwärter angetreten. Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen. In Helmstedt wurden die Teile III und IV geprüft. Der Kurs läuft einmal pro Jahr von Januar bis zur Prüfung im Juni. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Holger Böhm, hatte zur Verkündung der Ergebnisse nur Positives zu sagen, obwohl: Bei einer angehenden Meisterin hätte er beinahe die falschen Ergebnisse verkündet, und das ausgerechnet bei der Jahrgangsbesten.
Klären wir auf: Das vermeintlich falsche Ergebnis war ein Übertragungsfehler. Böhm konnte das schnell klären. Die Friseurin Moutia Hamdan erreichte in Noten ausgedrückt ein „sehr gut“. Überwiegend lagen die Ergebnisse im oberen Bereich, also bei „befriedigend“ und „gut“, ein durchaus erfolgreiches Ergebnis, denn: „Die Prüfungsfragen haben einen deutlich stärkeren akademischen Anstrich erhalten, weil der Meisterbrief dem akademischen Bachelor gleichgestellt ist“, erklärte der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg, Claudius Nitschke. Handwerker seien Praktiker, also auch im Denken ergebnisorientiert. Akademiker pflegten derweil oft eine andere Sprache.
Tatsächlich ist der Meistertitel im Handwerk ein Bachelor Professional, also praxisorientiert. Der Bachelor selber ist ein akademischer Hochschulgrad. In den Meisterprüfungsteil III geht es um betriebswirtschaftliches, kaufmännisches und rechtliches Wissen, heißt also etwa Unternehmensführung, Arbeits- und Handelsrecht (BGB) sowie um Rechnungswesen. Keine leichte Kost. Der Teil IV hat am Ende den Erwerb des „klassischen Ausbilderscheins“ zum Ziel. Wer diesen Schein erwerben will, muss zum Beispiel eine Ausbildung planen und vorbereiten, Inhalte pädagogisch verständlich vermitteln können und so weiter. Ohne Ausbilderschein keine rechtlich gesicherte Ausbildung von Azubis.
Und das sind die erfolgreichen Meisteranwärter, von denen zwei ihren Meisterbrief bereits in der Tasche haben: Justin Antoniak, Kraftfahrzeugtechniker; Paulin Dern, Zimmerer; Simon Föllmer, Elektrotechniker; Alexander Frankenstein, Dachdecker; Pascal Guirado-Sanchez (Meister), Anlagenmechaniker (SHK); Moutia Hamdan, Friseurin; Yasmin Jäger, Zahntechnikerin; Marco Jäkel, Elektrotechniker; Jannik Keller, Kraftfahrzeugtechniker; Martin Klink, Anlagenmechaniker (SHK); Christian Klinzmann, Zimmerer; Raffaele Manca, Kraftfahrzeugtechniker; Philipp Müller, Elektrotechniker; Martin Narozny, Elektrotechniker; Kevin Paladini, Elektrotechniker; Rico Schirner, Anlagenmechaniker (SKH/Meister); Shahin Sello, Elektrotechniker; Christopher Storch, Kraftfahrzeugtechniker; Ibrahim Taher, Elektrotechniker; Robin Wikert, Elektrotechniker; Johannes Zdun, Kraftfahrzeugtechniker.
Neben dem Vorsitzenden Holger Böhm gehörten David Boger als stellvertretender Vorsitzender, Cornelia Mönnich-Böhm, Heike Meyer Köchy und Frank Lorenz zum Prüfungsausschuss.
Der nächste Meistervorbereitungskurs der Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg (KH) beginnt im Januar 2027. Das Team der KH nimmt bereits Anmeldungen entgegen. Claudius Nitschke: „Der Meisterbrief öffnet Türen und erweitert den Horizont. Betriebsübernahme, Neugründung, Studium – Handwerker sind und bleiben unersetzlich. Voraussetzung ist eine gute und fundierte Ausbildung.
