Feierliche und traditionelle Freisprechung:
30 neue Handwerksgesellen für Helmstedt
Im Rahmen einer feierlichen Freisprechung in der St.-Stephani-Kirche Helmstedt erhielten die jungen Handwerkerinnen und Handwerker ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse.
Helmstedt. Shawn Nicolas Maack, frisch gekürter Kfz-Mechatroniker-Geselle, schloss seine Gesellenprüfung mit einem beeindruckenden Ergebnis ab: 96,79 Prozent in der praktischen Umsetzung. Das ist mal eine echte Ansage. Insgesamt schaffte er 88,09 Prozent, womit er klar zum Innungsbesten avancierte. Am Samstag erhielten er und 29 weitere junge Handwerkerinnen und Handwerker aus sieben Gewerken ihre Gesellenbriefe im Rahmen einer feierlichen Freisprechung in der Sankt-Stephani-Kirche Helmstedt. Eingeladen hatte die Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg. Gekommen waren natürlich Vertreter der Ausbildungsbeitriebe, Familienmitglieder der nun ehemaligen Auszubildenden sowie Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Die Reden hielten der Kreishandwerksmeister Jochen Angerstein, dessen Stellvertreter Martin Klein sowie Helmstedts Landrat Gerhard Radeck und Pröpstin Katja Witte-Knoblauch, Hausherrin in St. Stephani. Verantwortlich für die Freisprechung war die Kreishandwerkerschaft Helmstedt-Wolfsburg unter ihrem Geschäftsführer Claudius Nitschke. Für ihn war es die 50. Freisprechung in seiner laufenden Dienstzeit. Musikalisch kümmerte sich das Blechblästerensemble „BrassoContinuo“ um den richtigen Ton.
Jochen Angerstein riskierte eine Rückblick auf durchaus erschütternde, bewegte und unsichere Zeiten, in die die Ausbildung der nun Freigesprochenen gefallen war. Der Krieg in der Ukraine, die enormen Preissteigerungen, der Siegeszug künstlicher Intelligenz, die Energiewende, die Diskussionen über Werte und Zusammenhalt im Lande – bei allem wurde demnach klar: Das Handwerk wird immer gebraucht. Daher sein Fazit: Durchhalten habe sich gelohnt, das Ende der Ausbildung sei eigentlich erst der Anfang, weil den jungen Handwerkerinnen und Handwerkern nun alle Türen offen stünden.
Das Durchhaltevermögen betonte auch Helmstedts Landrat Gerhard Radeck und mahnte: „Ab heute heißt es nicht mehr Azubi sondern Fachkraft. Das klingt nicht nur gut, das verpflichtet.“ Der Landkreis habe allen Grund, stolz auf seine jungen Fachkräfte zu sein, er, Radeck, sei es auch. An die Betriebe gerichtet bat er, weiterhin auszubilden, da es für die Weiterentwicklung immer junge Menschen mit frischen Ideen brauche.
Pröpstin Katja Witte-Knoblauch betrachtete die Freisprechung biblisch. Die Freigesprochenen könnten nun frei entscheiden, Verantwortung übernehmen. Allerdings bedeutet die Freisprechung nicht, dass man fertig sei. Vielmehr gehe es darum, für sich und sein Tun einzustehen. Und das letztlich nicht vor den Menschen sondern vor Gott. So mühte sie die Bibel, die zum Tun sagt: „Alles, was ihr tut, tut von Herzen, als etwas, das ihr für den Herrn tut und nicht für Menschen.“ Wenn man so will, haben Handwerker also eine göttlichen Auftrag.
Das Schlusswort übernahm Martin Klein, stellvertretender Kreishandwerksmeister. Er rief die jungen Gesellinnen und Gesellen auf, in die Welt zu gehen und ein Leben lang weiter zu lernen. „Wer glaubt, ausgelernt zu haben, der hat schon verloren“, sagte er, bevor er ein Loblied auf das Handwerk anstimmte, dessen erster Vers lautete: „Ihr seid der Motor unserer Gesellschaft.“ Zuletzt hatte er noch einen guten Rat parat: „Passt bloß auf euer Werkzeug auf.“ Ein Insider, den die versammelte Gemeinde der Handwerkerschaft mit einem breiten Schmunzeln zur Kenntnis nahm.
Insgesamt hatten 42 Auszubildende die Gesellenprüfung abgelegt, 30 von ihnen erfolgreich, was einer Quote von 71 Prozent entspricht. Und das sind die jungen Gesellinnen und Gesellen:
Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Omar Daoud, Firma Bastian Kraus; Jakob Galazka, Fiebig Sanitär- und Heizungstechnik; Nico Gander und Nicklas Kirschling, Michalke & Rein GmbH & Co. KG; Dennis Günther, Wiethake Haustechnik GmbH; Enis Karaduman und Lennard Wolff, Dipl.-Ing. Weimann GmbH; Luis Kiehne, RegionalVerbund für Ausbildung e.V.; Julian Meyer und Jan Rudi Neugebauer, Firma Daniel Patold; Justin Teiwes, AWO Niedersachsen gGmbH AWO Psychatriezentrum.
Dachdecker: Lars Teschinsky, Elm Bau GmbH
Elektroniker/-in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik: Ahmad Almetwali, Wiehthake Haustechnik GmbH; Clemens Bach, Spelly-Elektor GmbH; Adam Ghali, Chian Hambrecht und Tim Holzhauer Elm Bau GmbH sowie Rouven Langer, Martin Ohlemann.
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik: Celina Greer, Göttinger Verkehrsbetriebe GmbH.
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Fachrichtung Personenkraftwagen: Justin Antoniak, Firma Jörg Pilarski; Lars Breitenstein, Jonah Göde und Damian Strutz-Höltge, Autohaus Seydel GmbH & Co. KG; Nicolas Shawn Maack, Kfz-Rennspies GmbH & Co. KG; Justin Muschalle und Max-Björn Stiemerling, Autohaus Thiede GmbH; Jonas Weber, Autohaus Stark GmbH sowie Justin Wihl, Autohaus Martin GmbH.
Tischler: Jason Paul Weiß, Lavie Reha gGmbH.
Zimmerin: Paulin Dern, Firma D und H Bau in Helmstedt.
Die Innungsbesten wurden besonders geehrt: Clemens Bach, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, ausgebildet bei der Elektro Spelly GmbH, Dennis Günther, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- u. Klimatechnik, ausgebildet bei der Wiethake Haustechnik GmbH sowie Shawn Nicolas Maack, Kraftfahrzeugmechatroniker für Personenkraftfahrzeuge, ausgebildet bei der Kfz-Rennspies GmbH & Co. KG.

